Wie ein Schnuppertag meinen Wochenrhythmus veränderte
Als Michael Halbe im Juni 2025 in der Zeitung vom Schnuppertag der GFO-Tagespflege Hünsborn las, wusste er noch nicht, dass dieser Besuch seinen Alltag bereichern würde.
Gemeinsam mit seiner Frau machte er sich auf den Weg – ohne besondere Erwartungen, aber offen für Neues. „Wir waren völlig unvoreingenommen“, erzählt der gebürtige Hünsborner. „Und am Ende habe ich den ganzen Tag dort verbracht.“
Schon der erste Eindruck überraschte ihn: eine warme Atmosphäre, freundliche Gesichter, kein Gefühl von Distanz. „Ich war sofort mitten im Geschehen. Niemand behandelt einen wie ‚den Neuen‘.“
Am Nachmittag ließ er sich ein individuelles Angebot erstellen – orientiert am Pflegegrad und den verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten, da die Kosten nicht vom Pflegegeld abgezogen werden. Ein wichtiger Punkt für viele Interessierte, wie er weiß: „Viele denken noch immer, Tagespflege sei wie ein Pflegeheim. Dabei ist das überhaupt nicht vergleichbar.“
Heute besucht der 1958 geborene Michael Halbe die Einrichtung zweimal in der Woche. An den anderen Tagen hat er anderweitige Verpflichtungen – die Tagespflege bringt die Abwechslung, die ihm im Alltag sonst fehlen würde. „Man erlebt wieder etwas, und man hat etwas zu erzählen. Das tut gut.“
Der Tag dort folgt einem wohltuenden Rhythmus: Nach einem guten Frühstück beginnt die Zeitungsrunde. Gemeinsam wird über aktuelle Themen gesprochen –Weltgeschehen, Neuigkeiten, Pflege, Schwerbehinderung, manchmal auch Rentenfragen. „Jeder bringt sein Wissen mit. Das sind richtig gute Gespräche.“ Danach steht Bewegung auf dem Programm: Recken, Strecken oder leichte Sportübungen – angepasst an die Möglichkeiten jedes Einzelnen. Beliebt ist auch das Fußballspiel mit einem weichen Ball, bei dem viele mit Begeisterung dabei sind.
Hinzu kommen besondere Momente, die den Jahreslauf spürbar machen: der Besuche des Kindergartens Arche Noah Hünsborn, gemeinsame Liederrunden, oder das Schützenfest. „Man ist Teil des Dorflebens, nicht außen vor“, sagt Halbe. Dass viele Gäste durch regelmäßige Angebote geistig und körperlich fit bleiben, erlebt er jeden Tag mit.
Nach dem Mittagessen gibt es eine Ruhepause, Spiele oder Gedächtnistraining. Zum Abschluss wartet Kaffee und Kuchen – und oft noch ein gemeinsames Lied. „Es ist gut organisiert, und das Personal macht einen tollen Job“, sagt er anerkennend.
Für Angehörige bietet die Tagespflege spürbare Entlastung: Zeit für eigene Termine, Besorgungen oder einfach zum Durchatmen. Gleichzeitig entstehen auch neue Kontakte. „Man kennt sich, man kommt ins Gespräch – es entstehen wirklich nette Verbindungen.“
Michael Halbe selbst ist froh, diesen Schritt gemacht zu haben. „Ich kann es jedem empfehlen – besonders uns Hünsbornern. Wenn wir so eine Einrichtung im Ort haben, sollten wir sie auch nutzen.“ Heute klärt er andere darüber auf, was Tagespflege wirklich bedeutet. „Es ist ein Ort, an dem man gut aufgehoben ist, aber auch aktiv bleibt. Und genau das macht den Unterschied.“
